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Wir über uns

Richard Hummel Verlag & Richard Hummel Versandbuchhandlung
gegründet Leipzig 1919

Richard Hummel

Die Verlags- / Versandbuchhandlung Richard Hummel ist ein Familienunternehmen in vierter Generation, welches 1919 in Leipzig gegründet wurde.

Der dieser Entwicklung zugrundeliegende Verlag wurde am 25. November 1919 als "Talis-Verlag Dr. Richard Hummel" ins Leben gerufen. Richard Hummel, der Gründer des Unternehmens, wurde am 4. Juli 1870 in Svinemünde geboren. Sein Vater war Eisenbahner, seine Mutter Tochter eines Seemanns. Von den Ahnen hatte er die Akribie des Handwerkers, sie waren Färber und Böttger, ebenso in die Wiege gelegt bekommen wie die Beweglichkeit der Fahrensleute.

Während die Vorfahren noch sesshaft waren, wanderte Richard Hummel. Er erlernte den Beruf eines Zahnarztes, heiratete 1893 Eleonore Theresa Martha Stübner, die Tochter eines Tuchmachers in Görlitz und kam über die Lausitz nach Leipzig, wo er als Schriftsteller und Verleger in die Einwohnerakten der Stadt eingetragen wurde.
Als erste Veröffentlichung des Verlages für "okkultistische und metaphysische Literatur" erschien im Jahre 1919 "Das Buch der Amulette und Talismane" aus der Feder des Verlegers (unter Pseudonym R.H. Laarss - Laarss ist der Mädchenname seiner Mutter). Richard Hummel hatte offenbar durch sein Medizinstudium Wissen über eine Vielzahl von homöopathischen und besonders fernöstlichen Naturheilverfahren erhalten und öffnete daher auch in der Folgezeit immer wieder der Propagierung dieser Methoden und des ganzen Denkens der Reformbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Verlag.

Die Tochter Richard Hummels, Katharina, liebevoll auch Käthe genannt, wuchs in einer Atmosphäre der Weltoffenheit und Aufgeklärtheit auf. Sie erlernte, was damals für Töchter aus besserem Haus nicht selbstverständlich war, einen Beruf, den der Gymnastiklehrerin.
In der 1925 geschlossenen Ehe mit dem Diplomingenieur Ernst Findel fand sie auf anspruchsvolle Art die Erfüllung, die ihrem besonderen Wesen gerecht wurde. Findel entstammte einer Familie, in der freimaurerische Traditionen weiterlebten. Kein Wunder, denn sein Großvater, Gottfried Joseph Gabriel Findel, war selbst einer der bekanntesten Autoren der deutschen Logen im 19. Jahrhundert. Zudem gab er die Freimaurerzeitschrift "Die Bauhütte" heraus.

Unter den Bedingungen des Dritten Reichs fiel ein derartiges Engagement natürlich unter Verdikt. Mit den Begriffen "Unkultur" und "entartet" wurde die verlegerische Arbeit verboten. Nur mühsam konnte die Verlagsbuchhandlung fortgeführt werden. Nach dem Krieg wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Im Jahre 1951 übernahm nach dem Tod der Eltern Käthe Findel die Leitung des Unternehmens. Ihr folgte Sohn Helge Findel im Jahre 1973 und 1990 Enkel Martin Findel.
Am 1. August 1990 wurde die Buchhandlung privatisiert und damit ein lange währendes Interregnum zwangsweiser Verflechtung mit dem Verlagswesen und dem Volksbuchhandel der DDR beendet. Die Traditionen des Handels mit Briefmarkenzubehör - wie sie mit dem Transpress-Verlag der DDR begonnen wurden - werden jedoch weitergepflegt. Wichtigste Partner sind nun andere Unternehmen, so der Schaubek Verlag Leipzig, der gleichfalls nach 1990 wieder privatisiert wurde.
In dem schönen Ladengeschäft am Johannisplatz finden sich zahlreiche Stücke, die die Geschichte des Unternehmens bezeugen. Nicht zuletzt dadurch lebt hier der ganz individuelle Handel mit dem "anderen" Buch weiter.

Dieser Text wurde vom Sächsichen Wirtschaftsarchiv e.V., in dem das Archiv der Buchhandlung verwaltet wird, aus Anlaß des 80. Gründungsjubiläums verfaßt. www.swa-leipzig.de